Joe Bonamassa: New Track

Seit einiger Zeit bekannt ist ja, dass Joe Bonamassa im Septemer sein neuestes Album in die Plattenläden bringt. Außerdem ist eine Große Tour im Herbst mit einigen Stationen in Deutschland angesetzt!

Einen ersten Song aus seinem neuen Album hat er bereits vorab veröffentlicht. In ‚Different Shades Of Blue‚ zeigt Bonamassa einmal mehr seine musikalische Vielseitigkeit und stellt sein Können auf der Gitarre unter Beweis. Das Intro und einige Läufe auf einer 12-Saitigen Gitarre bilden eine Breite Basis, auf der er gekonnt aufbaut und ein zum Thema stimmiges Stück abliefert. Kritiker könnten jetzt behaupten, dass das für den bisher bekannten Bonamassa schon fast zu rund und zu wenig nach ‚Bona-Bluesrock‘ klingt. Das kann man so sehen. Andererseits ist es doch wundervoll, eine ständige Entwicklung an dem zu seinen Anfangszeiten doch recht ungeschliffenen Gitarristen zu sehen. Seine Art, Songs zu schreiben und einzuspielen ändert sich mit der Zeit. Mir persönlich gefällt das und imponiert das, gerade wenn man andere Beispiele aus der Szene betrachtet, die seit 20 Jahren nichts wirklich interessantes mehr auf den Markt gebracht haben, sondern immer noch an ihrem 60er Jahre Woodstock-Bild von sich selbst festhalten.

Bonamassa ist anders. Er erfindet sich immer wieder neu. Aber – und das ist auch wichtig – man merkt zunehmend, dass er zumindest beim Sound langsam angekommen ist. Man erkennt einfach einen Bonamassa, wenn man ihn hört. Das liegt zum einen vielleicht an seinem charakterischen Gibson-Marshall-Palmer Sound zum anderen aber definitiv an der Art, wie er seine Soli spielt, aufbaut und wie er die Übergänge und Fills spielt. Dieses Wiedererkennungsmerkmal muss man dann doch auch erst mal schaffen.

Jetzt aber erst mal viel Spaß beim hören!

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=Z3_GOk36JD0]

Montreux at it’s Prime: Clarence Gatemouth Brown

Carlos Santana präsentierte 2004 ein Festival der Superlative! Carlos Santana presents: Blues at Montreux. Diese Konzertreihe hat es in sich. Mit Größen wie Buddy Guy, Bobby Parker und eben Clarence Gatemouth Brown erreicht er eine Liga, in der sonst nur Eric Clapton’s Crossroads Festival mitspielt.

Also jetzt Boxen auf 110% und 1 Stunde 11 Minuten feinsten Blues ohne viel Schnickschnack genießen!

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=wrwbQ6UKl2E]

Oh, the night life, ain’t no good life.

Ich glaube, ich habe mich gerade in ein Lied verliebt. Also, wenn so etwas überhaupt geht.

In Night Life, von der Black Rock – Platte aus der Bonamassa-Schmiede spielen Joe Bonamassa und B.B. King im Duett. Das Lied verbindet einfach perfekt die leicht unperfekte Art, in der B.B. King seine Revue zu spielen pflegt mit Bonamassas virtuosität und einer großen Portion guter Laune.

Zaubert jedem ein Lächeln auf die Lippen.

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=5-U6u-7-9r0]

Happy Birthday, Chris Rea!

Heute hat einer der ganz Großen im Pop, Rock und Blues-Business Geburtstag. Chris Rea wird 63 Jahre alt.

Das ist nicht ganz selbstverständlich: 2000, kurz nach seinem Comeback wurde bei ihm Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert. Bei einer Operation in Deutschland lernte er eine junge Krebspatientin kennen, die folgen Satz sagte: „Wir tanzten jetzt beide auf einer steinigen Straße.“ – das führte ihn zu seinem Projekt „Stony Road“.

Auch musikalisch änderte ihn die Krankheit: Hat er früher doch erfolgreich Lieder irgendwo zwischen Pop und Rock gespielt, die selbst heute noch in jedem Radio rauf und runter laufen, hatte er doch nie die Musik eingespielt, die ihm wirklich am Herzen lag: Blues.

Sein größtes Idol ist übrigens B.B. King.

Nach seiner Genesung ging er 2006 noch auf eine letzte Tour, die ultimative Farewell-Tour, bei der er sowohl die alten Klassiker, die ihm nach wie vor noch am Herzen lagen neu aufgearbeitet, als auch einige seiner neuen Bluesigen und Jazzigen Stücke spielte. Sein „Allerletzes Konzert“ gab er dann in London.

Danach wurde es erst einmal ruhiger um ihn. Er veröffentlichte Best-of’s und auch eine Autobiographie und auch ein „Earbook“, eine art Musikalisches Erlebnisbuch, das nur zu empfehlen ist.

So ganz dem Musikerdasein und dem Tourleben kann er nach wie vor nicht entsagen: 2010 und 2012 ging er erneut auf tour. Außerdem gründete er zwei Bands: The Delmonts und The Hofner Blue Notes.

Es bleibt ihm nur zu wünschen, dass er weiterhin seine großartige Musik verbreitet, Menschen an den Blues heranführt und vielleicht noch einmal auf Tour gehen kann.

Hier ein Paradebeispiel für seinen Musikalischen Wandel: Road to Hell, auf seiner Abschiedstour in neuer Erarbeitung.

[youtube http://youtu.be/jffsG0VR4Gw]


Good Old Green Onions (Music is Changing)

Booker T. Jones leitete zunächst seine Band „The MG’s“ als reine Session- und Studioband, die er aus einer früheren Studioband „The Mar-Keys“ gegründet hatte: Sie Arbeiteten zunächst als Studioband für Sun Records, dann für Stax Records.

Als die Band eines Tages ins Studio kam, um für den Rockabillysänger Lee Riley Instrumentals und Backings einzuspielen, dieser allerdings nicht erschien, wurde die Zeit genutzt, um eigene Instrumentalaufnahmen zu erstellen.

Innerhalb von 30 Minuten wurde ein von Booker (Organist) und Cropper (Gitarrist) entworfenes Instrumentalriff verfeinert, einzelne Instrumente Arrangiert und verfeinert und nach nur 2 Takes (!) war ihr wohl bekanntestes Instrumental Green Onions im Kasten.

Es stellte sich heraus, dass viele Hörer gefallen an den Instrumentalteilen fanden. Es gab sogar ein „Musikvideo“ und später dann auch zahlreiche Live-„Performances“ vor laufender Kamera dazu:

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=L3MWu6LhWQ8]

Beachtenswert bei diesem Video: Marshall-Amps, wo man hin schaut. Quasi in ihrem natürlichen Habitat, wofür sie geschaffen wurden.

Lange war übrigens auch unklar, wofür „the MG’s“ steht. Nachdem sich die Band 1971 aufgelöst und 1975 als „Booker T. & the Memphis Group“ in Originalbesetzung neu gründete, war das Rätsel allerdings auch gelöst.

1975 starb der damalige Schlagzeuger Al Jackson, Jr. und wurde seitdem durch wechselnde Posten, vorzugsweise jedoch Willie „Too Big“ Hall, besetzt. Die Band kam ohne Booker für den Originalfilm „The Blues Brothers“ 1980 zusammen – unter anderem dann mit Cab Calloway, Matt „Guitar“ Murphy und natürlich den Blues Brothers: John Belushi und Dan Aykroyd.

Die Band tourte seitdem auch wieder häufiger als Booker T. & the MG’s. Erst 2009 startete Booker T. einige ernste Soloprojekte und hat seitdem auch die Booker T. Jones Band.

Der Bassist Donald „Duck Dunn“ verstarb 2012 nach einem Konzert.

Booker T. and the MG’s sind meiner Meinung nach eine der Prägendsten Formationen der 60er Jahre und haben insbesondere mit Green Onions ein Zeichen für Instrumentalmusik gesetzt. Sie wurden 1992 in die Rock’n’Roll Hall of Fame aufgenommen.

Einer der Letzten Auftritte mit der MG mit dem fast unveränderten „Green Onions“ ist übrigens hier zu bewundern:

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=WB5VD_Z5Zvg]

I’ll play the (sweetest) Blues for you

Was seit gestern Abend bei mit rauf und runter läuft:

Johnny Rogers feat. Gregor Hilden Band. Die Jungs sind top. Nicht nur in Sachen Blues, sondern auch, wenn es etwas Jazziger wird bleiben sie am Ball. Und wenn eine Jazzband Blues macht oder eine Bluesband Jazz, dann streut das immer ein – genau so wie hier – Instrumental top fit, dazu noch ein spitzen Gesang (Den die Band allerdings nicht zwingend nötig hat).

Sollte Gregor Hilden mit seiner Truppe jemals in eure Nähe kommen: Hin gehen! Seine Aktuellen Gigs findet ihr hier. Leider ist er nicht in absehbarer Zeit in meiner Nähe, aber irgendwann bestimmt.

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=HPmD-uEx73M]

Soundcheck: Henrik Freischlader

Henrik Freischlader ist ein eher in Fachkreisen bekannter Deutscher Blueser. Und das völlig zu unrecht!

Er bringt einen unglaublichen Sound und Druck auf die Bühne – und dazu strahlt er noch eine Souveränität und Coolness aus, von der viele andere Sternchen manchmal auch nur träumen können. Aber wie genau versetzt er seine Gitarre eigentlich mit dem Wumms?

Henrik Freischlader - Quelle: Fotocommunity.de.

Henrik Freischlader – Quelle: Fotocommunity.de.

Zu aller erst: Er nutzt wie jeder Stilechte Elektrische Blueser natürlich mehr als eine Gitarre. Bevorzugen tut er hier eine Gibson Les Paul sowie eine Tele und eine ES535. Natürlich greift er auch mal ganz gern zur Strat. Lustigerweise ist seine Hauptstrat keine original Fender sondern kommt aus dem Hause Haar, trägt aber trotzdem einen Fender-Aufkleber. Noch eine Besonderheit: Er besitzt jeweils in der Hauptsache eine in den 60ern Gebaute Strats und Teles. Seine LP ist ‚lediglich‘ Custom Made und auf 1959 getrimmt.

Gehen wir weiter zu den Amps! Natürlich wurde ihm von Realtone ein Signature Head gewidmet, den er auch Live einsetzt. Zusätzlich hat er noch einen Realtone Custom KT66 Head. Als Cabinets nutzt er einmal ein Vox 2×12″ von der Stange und einen Marshall 4×12 mit 30 Watt Greenbacks, Baujahr in den ’70ern.

Dann noch zu dem Spannendsten: Bodentreter. Was hat so ein Deutscher Gitarrenenthusiast eigentlich auf seinem Board? Natürlich: Ibanez Tube Screamer – und zwar gleich zwei: Den TS 808 und den TS 9. Tube Screamer gehören eigentlich auf jedes Board, sowieso bei Bluesern. Dann noch einen Vetterson Custom HF-1. Was genau der macht, kann ich auch nach ausführlicher Recherche nicht sagen. Sein Wah ist eins von Fulltone: Clyde Deluxe. Dazu kommen dann noch die Standards: Supa-Trem und Deja-Vibe sowie Boss DD 5 und TU 2. Viel mehr erwähnenswertes findet sich nicht in seinem Pedalboard.

Mit seinem markanten harten Sound hat er sich inzwischen auch international einen Namen verschafft. „The Blues“ ist ein Paradebeispiel für alle oben beschriebenen Attribute.

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=y8GbhMxiAgk]