iRig – Secret Weapon

Yes, i did it! Ich habe mir nach langem zögern nun ein iRig zugelegt. Genauer gesagt ein iRig Stomp – Jetzt kann ich auch ein paar Worte dazu schreiben.

Zunächst: Das iRig Stomp kommt in einem sehr wertigen Metallgehäuse in der passenden Größe eines Bodentreters, macht sich also gut auf dem Pedalboard. Der Zentrale Knopf ist ein True-Bypass-Schalter, also kann ich den iRig jederzeit aus dem Signalweg herausnehmen ohne dafür den Sound büßen zu lassen oder das ganze Gerät auszubauen.

Anschlüsse sind vielfältig vorhanden. Ein Input und 9V-Anschluss auf der Rechten Seite, Üben Kopfhörer und iPad-Anschluss, Links Mono bzw. Stereo-Output. Der Mono-Output (L) ist von der Impedanz auch für den Anschluss an weitere Effektgeräte oder den Amp optimiert. Was mir nicht gefällt: Sobald die App abstürzt oder man versehentlich aus ihr raus wechselt oder ein Dialogfenster öffnet reißt der Sound ab. Schade, ich hätte mir einen Intelligenten Bypass gewünscht oder die Möglichkeit, die App im Hintergrund laufen zu lassen!

Macht sich ganz gut im Pedalboard

Macht sich ganz gut im Pedalboard

Kommen wir zum Sound. Ich bin mittelzufrieden – die Amplitube-App liefert gegen happige 18€ eine schon Brauchbare menge an Amps und Effekten und eine Intuitive Bedienung. Auch über Garageband lässt sich da was realisieren, allerdings ist das für Live eher ungeeignet. Manko: Relativ hohes Grundrauschen und einiges an Pegeleinbuße. Und einige Amps und Zerren klingen mehr nach Konserve als nach Amp. Übrigens nochmal zu den Kosten: Jedes weitere simulierte Gerät kostet (natürlich) mintestens 2,69€ drauf. Achso, bevor man sich die App kauft, gut überlegen, ob man das Gerät lieber mit dem iPhone oder lieber mit dem iPad nutzen möchte. Wenn man die 18€ nämlich ins iPad investiert ist die App nicht fürs iPhone verfügbar: da muss man dann noch mal 18€ zahlen.

Dagegen muss ich sagen, dass es, wenn man es richtig einsetzt doch ein Plus auf den Sound setzt – und es macht Spaß, zu experimentieren, ohne das Gemecker von Nachbarn – denn der Kopfhörerausgang ist eine Freude!

Abschließend kann ich das Teil also nur bedingt empfehlen, für den ambitionierten Hobbygitarristen ist das System durchaus brauchbar und verspricht einiges an Spaß, kostet dank konsequent unfairem Geschäftsmodell im Appstore aber auch deutlich mehr als man sich am Anfang denkt.

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Tuning is King.

Die Auswahl des richtigen Stimmgerätes ist nicht einfach – und auf keinen Fall unerheblich! Denn eine schlecht gestimmte Gitarre kann einem den Sound ordentlich vermiesen. Auch problematisch wird es, wenn man mit einem zweiten Gitarristen zusammenarbeitet, denn wenn die Stimmgeräte nicht das gleiche anzeigen stimmen die Gitarren vielleicht ja in sich – aber nicht miteinander. Das Ergebnis ist aber in beiden Fällen gleich: irgendwas stimmt nicht, und das hört das musikalisch geschulte Ohr einfach. Nun, prinzipiell kann ich zuallererst raten wenn man zu Zweit (oder mehr) Gitarre spielt: bevor man loslegt 5 Minuten Zeit nehmen, eine der beiden Gitarren Stimmen und die andere dann immer in Relation zur ersten Stimmen. So wurde mir das auch beigebracht.

Wenn man allein spielt oder Live-Konzerte, bei denen man bekanntlich ja eher nicht mal kurz alles unterbrechen, das Publikum um ruhe bitten und schnell durchstimmen kann, wird das ganze dann aber schon etwas trickreicher!

Das edelste System das ich bisher gesehen habe steckt in der Gibson Robot GuitarDiese Gitarre stimmt sich auf Knopfdruck mit der Hilfe kleiner Servomotoren selbst und sieht auch noch wirklich edel aus. Diese Technologie kommt allerdings nicht aus Amerika, sondern aus Hamburg. Genauer von der Firma Tronical, die auch eigene Entwicklungen in ihrem Onlinestore verkaufen: Prinzipiell das selbe System, allerdings nicht wie bei Gibson von Haus aus schön im Korpus der Gitarre versteckt und über einen Tone-Regler steuerbar, sondern als Upgrade in verschiedenen Bauformen ausgeführt: Einfach alte Mechaniken abschrauben und neue dran. Gesteuert wird das Ganze dann durch einen Schwarzen Kasten zwischen den Mechaniken oder den bekannten Poti, je nach gewähltem System. Ganz billig ist der Spaß allerdings nicht, ist also auch immer eine Ermessensfrage.

Die wesentlich einfachere aber nicht zwangsweise günstigere Alternative geht über das klassische Stimmgerät, entweder als ‚Tretmine‘ (Pedal) oder eben zum umstöpseln, wobei letztere Geräte auch eher weniger live-Tauglich sind. Wichtig ist es hier allerdings, sich mit seinem/n Kollegen abzusprechen, denn es gibt von Stimmgerät zu Stimmgerät geringfügige bis gravierende Unterschiede, je nach Preis und Hersteller. Zu diesen Unterschieden zählen neben den Üblichen Verdächtigen (Verarbeitung, Lebensdauer) auch zum Einen die ‚Frequenztreue‘ (Ich bin kein Physiker oder Elektrotechniker, darum nenne ich das jetzt einfach so) des Gerätes, also die Präzision, mit der Gestimmt werden kann und der Toleranzbereich, den das Gerät hat, denn exakt 440Hz (A-Saite) wird man wohl nie ganz erreichen. Nette Alternative am Rande: Die Telekom hat ihr Freizeichen auf exakt 440 Hz eingestellt – also einfach beim Telefonieren die A-Saite stimmen und hoffen, dass der Angerufene nicht zu früh den Hörer abnimmt. Aber zurück zum Thema.

Um hier Diskrepanzen zu vermeiden, empfiehlt es sich, das Stimmgerät zu allererst natürlich ausgiebig zu testen (auch nach Gehör und mit anderen vergleichen) und letztendlich dann die verwendeten Geräte auf einander abzustimmen. Okay, bei einem Rockkonzert wird es vermutlich niemanden Jucken, wenn die E-Saite des Leadgitarristen nicht zu 100% mit der des 2. Gitarristen übereinstimmt, aber es hat doch Gewicht.

Zum Anderen noch der für mich wesentlich nervtötendere Faktor: Die Zeit, die das Gerät braucht, um auf eine angeschlagene Saite anzusprechen und sich einzupendeln. Wenn das zu lang dauert nervt das natürlich ungemein, gerade wenn man live mal schnell durchstimmen möchte. Außerdem hat auch das Auswirkungen darauf, wie präzise man stimmt, denn wenn eine Saite schon wieder am ausklingen ist und man gefühlte 1000x anschlagen muss, kann man einfach nicht gut stimmen.

Im Vergleich: Alter Fender gegen Polytune Mini.

Im Vergleich: Alter Fender gegen Polytune Mini.

Bei den Bodentretern gibt es inzwischen eine neue ‚Art‘ Stimmgerät: Die Polyphonen Stimmgeräte. Man schlägt einfach alle Saiten an und das Gerät sagt einem dann, welche Saite wie stark verstimmt ist, und man kann dann noch mal einzeln durchstimmen.

Ich habe lange auf meinen alten und robusten Fender Bodentreter vertraut und habe ihn immer noch in der Hinterhand, habe allerdings inzwischen auf das TC Electronic Polytune Mini umgesattelt, weil es sowohl mehr kann, als auch um Platz zu sparen, denn mein Pedalboard ist auch nicht unendlich groß. Für Unterwegs gibt’s dann noch die Passende iPhone-App.

Die Stimmgeräte von TC Electronic kann ich nur uneingeschränkt empfehlen, im Vergleich zum Klassiker von Korg Setzen die Geräte sogar noch mal einen Drauf und sind angenehmer in der Handhabe.

Es lässt sich also relativ leicht erkennen, dass gerade das Stimmgerät in lauten Umgebungen einen Sehr hohen Stellenwert im Pedalboard hat und man das auch entsprechen Budgetieren und auf keinen Fall daran geizen sollte!


Because cable matters.

Heute ist eine Lieferung mit viel neuem ‚Spielzeug‘ eingetroffen. Neben dem Standardpaket Saiten habe ich aber auch ein neues Kabel geordert. Das klingt jetzt erst mal nach nichts besonderem und schon gar nicht so, als ob es einen Wert hätte, darüber zu schreiben. Hat es aber!

Eines der ersten Dinge, die ich in der Veranstaltungstechnik gelernt habe: Das Kabel macht keinen – gar gar gar keinen niemals niemals und wenn es vorher Frösche vom Himmel regnet nie einen – Unterschied.

Falsch.

Naja, teilweise richtig. Bei niederohmigen Signalen, wie sie in der Veranstaltungstechnik vorrangig Verwendung finden, kann man eigentlich keine großen Rückschlüsse auf das Kabel ziehen, solange nicht gerade irgendwo ein Wackelkontakt ist, der Stecker nicht korrekt verlötet, der Querschnitt nicht ausreichend oder die Schirmung fehlerhaft ist. Das klingt jetzt schwieriger als es eigentlich ist. Aber alle diese möglichen Probleme verursachen wenn dann einen Totalausfall oder hörbare Störgeräusche.

Bei hochohmigen Signalen – wie bei einer Gitarre der Fall, sieht das theoretisch zwar gleich, praktisch aber anders aus.

Mein neues Kabel der Wahl – von der Gitarre ins Pedalboard – is das Fender Custom Shop Angled Jack Winkelstecker, weil das an einer Les Paul einfach besser funktioniert, gerade da die Klinkenbuchse verriegelt.

Cordial vs. Fender

Fender vs. Cordial

Was ist an dem Kabel also so besonders? Nun – das Kabel ist mit Tweed und Gummi ummantelt. Vorteil am Tweed: kein physisches Gedächtnis – keine Wickelspuren, Knicke und lebenslange Garantie (und mal eine etwas andere, edlere Optik)! Die Stecker sind ausnahmsweise nicht von Neutrik, sondern sauber verarbeitete Stecker, sogar mit Fender Custom Shop-Logo. Die Zugentlastung scheint sehr gut zu sein und der Stecker sitzt wirklich gut. Die Überraschung: Der Klang ist voluminöser und die Höhen etwas brillianter. Es handelt sich im Vergleich zu meinen Cordial und Sommer-Kabeln zwar nur um Nuancen. Aber dennoch hörbare Nuancen. Der Preis ist in Ordnung, gibt teurere.

Fazit: Wieder eimal gelernt, nicht am Kabel zu sparen, aber doch immer ein Augenmerk auf den Preis zu haben. Joe Bonamassa verwendet übrigens Klotz Kabel.


Lieblingsgitarre ist cool.

Les Paul - Kopf

Darf ich vorstellen? – Das ist Paula. Oder zumindest ihr Kopf.

Paula heißt mit vollem Namen eigentlich „Gibson Les Paul Standard 2008 HCS“. Den Namen fand ich dann doch etwas unpersönlich, also habe ich ihr Kurzerhand den klischeehaften Namen Paula gegeben (Weiblich, weil Les Paul, dem Schöpfer der Les Paul-Gitarren nachgesagt wird, den Body dem Körperbau einer Frau nachempfunden zu haben). Aber egal: Paula und ich sind gute Freunde geworden. Quasi mein ‚bestes Pferd im Stall‘.

Wie man es von einer standesgemäß Gibson erwarten kann bringt sie allerlei Finessen mit, die man meist zwar nicht unbedingt braucht, die das Leben aber einfacher machen. Und schöner. Aber fangen wir mit dem Namen an: Die Standard-Serie wird von Gibson alle paar Jahre in ‚limitierten‘ Auflagen neu aufgesetzt. Diese Gitarren standen schon des öfteren in der Kritik, da in ihnen keine fliegende Verdrahtung mehr ihren Dienst tut, sondern alles feinsäuberlich auf einer Platine verlötet ist, der ein paar Geeks wohl unterstellen, dass die den Klang einer Les Paul nachhaltig verfälscht. Ich kann nur für dieses Modell sprechen und sagen: gefällt mir!

Das ‚HCS‘ im Namen steht für ‚heritage cherry sunburst‘, ist also die Lackierung, die von einem etwas hellen Kirschrot außen in ein klassisches Sunburst innen übergeht. Was mir bei Gibson gefällt ist, dass hier noch mit Nitrolack gearbeitet wird. Das ist wirklich selten! Der Lack fühlt sich etwas weicher an und altert mit der Zeit merklich (was auf jeden Fall positiv aufzufassen ist), hat allerdings auch den Nachteil, dass es abplatzen kann, wenn er auf einem Kunststoff aufliegt oder anderen Materialien, die sich nicht vertragen. Zu erwähnen ist hier auch noch der Schlagschutz unten, der zwar mitgeliefert wird, den man aber nicht zwangsweise auch anschrauben (lassen) muss. Da ich selten mit Plektrum spiele, habe ich ihn weggelassen.

Die Potis, Humbucker und Mechaniken kommen in Chrom-Optik und sind wirklich wertig, ich habe noch keinen Kratzer reinbekommen. Besonders erwähnt seien hier die ‚Locking Grover‘-Mechaniken – ein Traum beim Saitenwechsel. Kein lästiges Gekurbel mehr!

Zu Paulas Sound: Egal mit welchem Equipment man sie spielt: sie überzeugt durch einen Klaren, warmen Klang, wie man ihn von einer Les Paul erwarten kann. Im Vergleich zu einer Les Paul Traditional oder einer älteren ist der klang wesentlich klarer und auch etwas stählern, wenn die Saiten das zulassen. Geschmackssache. Zu erwähnen sei hier noch die Bauartbedingte (mir wurde zugetragen, dass das bei ziemlich jeder Les Paul so sei) Inkontinenz ab dem 13. /14. Bund, hier weden wie bei nahezu jeder Les Paul die Töne vor allem im Cleansound etwas unrein. Wer also clean ein Solo jenseits von Gut und Böse oberhalb des 12. Bundes runterspielen möchte wird enttäuscht. Mit genug Zerre lässt sich das allerdings umgehen, wie Joe Bonamassa das so schön vormacht.

Ich bin auf jedenfall seit Jahren hin und weg vom einmaligen Spielgefühl, und dem wunderbaren Klang. Kein Wunder also, dass das meine Hauptgitarre ist.