Frampton is still alive.

Eigentlich sollte jeder musikbegeisterte Peter Frampton kennen, der ja stets als Koryphäe des Gitarrenolymp gehandelt wird. Gerade mit seinem Vorzeige-Livealbum „Frampton comes alive“ von 1976 hat er eine 6-Fach Platin-Steilvorlage gelandet, von er praktisch bis heute Leben kann. Hits wie Do you feel like we do und Show me the way gehen einfach unter die Haut und machen Spaß – und durch die Sinnvollen und spaßigen Einlagen mit der Talkbox bekommen sie eben den typischen Frampton-Stempel aufgedrückt. In seiner ersten Band spielte Frampton übrigens bereits im Alter von 9 Jahren. Seitdem hat er einen sehr eigenen Spielstil, gerade was Improvisation angeht, entwickelt und weiterentwickelt, in dem nicht immer nur gerade Töne und reine Pentatoniken ihren Platz finden – aber nichts was er spielt wirkt irgendwie deplatziert, wie bei anderen Gitarristen der Fall, die genau das gleiche veruschen. Er selbst sagt in Interviews, dass er kein Muster hat, nach dem er vorgeht. Nun zum Sound! Fangen wir bei dem einfachsten der Komplexen Maschinerie an: Seiner Hauptgitarre.

Peter Framptons Orginal Les Paul (Photo by Peter Frampton)

Peter Framptons Orginal Les Paul (Photo by Peter Frampton)

Im Allgemeinen Spielt Peter nur Gibson Les Paul-Gitarren, entweder er spielt da seine original aus dem Jahre 1959 stammende Les Paul oder seine Schwarze Les Paul Custom mit den dreiHumbuckern, die übrigens auch als Signature-Modell käuflich ist. Speziell bei dieser Gitarre lassen sich nicht alle drei Humbucker einzeln schalten, sondern nur Steg + Mitte oder Halspickup. Mit einem Trick am Lautstärkepoti kann er allerdings dem Stegpickup den Saft abdrehen. Seine Original Les Paul aus 1954, die er mit den drei Humbuckern ausgerüstet hatte, ging übrigens in den 80er Jahren bei einem Flugzeugabsturz verloren und wurde vor Kurzem von einigen Gitarrenliebhabern in der Karibik gefunden und ihm wieder ausgehändigt. Er ließ sie restaurieren und will sie nun „nie wieder auch nur in die Nähe eines Flugzeuges“ bringen. Alles nach der Gitarre geschaltete ist allerdings alles andere als einfach und die Details würden vermutlich jeden Rahmen sprengen (und sind ohnehin geheim). Die Grundzüge seines Systems werde ich aber doch näher ausführen.

Sein Grundsound kommt aus einem Marshall-Röhrentopteil mit einer eher mittelstarken Verzerrung, die ein 4x 12″ Cabinet betreibt. Ein Zweites Röhrentopteil steht auf volle Verzerrung, um den Charakteristischen Sound der Frampton’schen Talkbox zu bekommen und treibt ein zweites 4×12″ Cabinet an.

Sein Effektrack kommt übrigens nicht von ihm selbst, das hat der Designer Mark Snyder für ihn Zusammengestellt, der unter anderem auch für größen wie John Petrucci den Guitar Tech gemimt hat.

Das Effektrack besteht an sich aus mehreren Delays von TC Electronic und Korg. Ansonsten noch ein Chorus von TC Electronic und einige Custom-Geräte von oder für Mark Snyder und den Amp-Umschaltern, Stimmgerät, Overdrive, Pitch-Shifter und Stromversorgung. Gesteuert wird das von einem entsprechend dimensionierten MIDI-Controller. Neben seinen beiden Marshall-Amps hat er auch noch Geräte von Ampeg und Mesa Boogie im Rack, allerdings kann ich nichts genaueres über deren Einsatz sagen.

Allgemein kann man Frampton also sowohl vom Musikalischen als auch vom Technischen Anspruch heraus als hoch einstufen.

Wer Mehr von Frampton hören möchte, schaue sich das angehängte Youtube-Video an, in dem die Talkbox ein Zentrales Element darstellt. Ansonsten sei jedem Jedes Album ans Herz gelegt. Mir haben es vor Allem Frampton Comes Alive und Thank You Mr Churchill angetan.

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