Jingo!

Eric Clapton ist ja nun wirklich nicht für seine Südamerikanische Musik bekannt.

Carlos Santana schon.

Was passiert, wenn beide auf einer Bühne stehen und Carlos noch seine Band im Gepäck hat, um auf Claptons berühmten Crossroads Guitar Festival zu spielen, sieht man im folgenden Video. Enjoy!

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Ain’t no Sunshine

Underdog sucht seinen Meister: Matt Anderson ist ja eher wenig bekannt, ich bin auch nur durch Zufall auf ihn gestoßen, als ich mich nach guten Ain’t no Sunshine-covers umgesehen habe. Das erste was einen abschreckt ist wohl die Frisur kombiniert mit der Kleidung. Aber davon mal abgesehen: mir ist nach etwa 45 Sekunden die Kinnlade runtergefallen. Mit viel Herz und Seele, seinem sehr angenehmen Spielstil und der tiefen Brummelstimme beschwört er manche Emotionen, die so selbst Bill Withers nie erreicht hat.

Matt Andersen stand schon – laut seinem englischen Wikipedia-Artikel – mit größen wie Bo Diddley auf der Bühne. Derzeit ist er unterwegs mit Mundharmonikaplayer Mike Stevens und fährt hin und wieder größere Erfolge ein.

Hier lässt sich eine schöne Live-Aufnahme von ihm auf der E-Gitarre mit Band finden, wobei ich ihn auf der E-Gitarre nicht allzu berauschend finde. Akustisch kann der Mann besser, wie im nachfolgenden Video zu sehen.


We gotta install microwave ovens.

Etwas 80er-Jahre-Poprock gefällig? Immer gern!

Aber wenn, dann doch gleich einen Song der Superlative: Money for Nothing, ein (wenn nicht sogar DAS) Flaggschiff für Mark Knopfler und die Dire Straits. Der Song schoss wie eine Zauberbohne aus dem Boden und hörte einfach nicht mehr auf zu wachsen. Drei Wochen Nummer 1 in Amerika, ein Grammy und – meiner Ansicht nach der bemerkenswerteste Fact – das allererste Musikvideo, das MTV überhaupt sendete.

Innovativ: Das Musikvideo zum Song war übrigens das erste komplett Computergenerierte Musikvideo der Geschichte. Im Song selbst übt Mark Knopfler einige Kritik an der Musikbranche, für die er auch öfters kritisiert wurde.

Da das Musikvideo aus rechtlichen Gründen in Deutschland nicht verfügbar ist, hier eine Version von 1998 – zusammen mit einem Haufen namhafter Größen im „big business“: Clapton an der zweiten Gitarre, Phil Collins am zweiten Drumset, Sting singt – wie schon in der Studioversion – die Kopfstimme und natürlich der heimlichen Legende Ray Cooper an den Percussions.

Dabei ist die Entstehungsgeschichte des Songs doch alles andere als schwer zu erzählen und eigentlich recht interessant: Eines Tages war Knopfler mit seiner Frau in einem New Yorker Elektrofachmarkt, als ihm zwei Arbeiter in Latzhose auffielen, die vor einer Fernseherwand standen, Musikvideos anschauten und sich über die Stars mit Sätzen wie „That aint workin‘ thats the way you do it – Money for nothin and chicks for free“  ausließen. Als ihm dann die Idee für einen Songtext kam rannte er zur Kasse und verlangte sofort nach Stift und Papier. Die Idee für den Markanten, populären Rhythmus und die Gitarrenlicks scheint er schon länger gehabt zu haben, wie er einmal erwähnte kam er mehr durch Zufall darauf.

Als er dann einige Zeit später mit den Dire Straits im Tonstudio auf Montserrat war, um das Album Brothers in Arms aufzunehmen, erfuhren sie mehr durch Zufall, dass Sting gerade auf der Insel Urlaub machte und luden ihn ins Studio ein – er kam, sang die Kopfstimme zu Anfang und Ende ein und gab ein paar Tipps.

Mark Knopfler spielt dieses Lied Traditionell mit seiner original Gibson Les Paul Baujahr 1958, denn er ist der Ansicht, dass nur eine Les Paul einen derart druckvollen Rocksound liefern kann, wie ihn der Song braucht. Lediglich in einigen 90er Jahre – Konzerten der Dire Straits spielt er den Song mit seiner Pensa Suhr MK I. Als Antwort auf die Frage warum: um die Konzerte ohne zu viele Unterbrechungen spielen zu können hatte Mark sich eine Gitarre anfertigen lassen, die sowohl den Druckvollen Sound einer Les Paul als auch den Perligen Klang einer Strat wiedergeben kann. Nach eigenen Angaben Knopflers ist übrigens ein Konterpart (sowohl musikalisch als auch inhaltlich) im Album Brothers in Arms der Song Walk of Life.

Hier noch eine der Raren neueren Aufnahmen, wieder in der Royal albert Hall (wie im ersten Video). Rar ganz einfach, weil der Song zumindest für Knopfler inzwischen doch relativ langweilig geworden ist.


Slow it down

Heute ‚mal kein Blues: Amy Macdonald ist durch ihr Debut This is the Life wohl berühmt geworden. Ich selbst mochte das Lied damals sehr gern, doch es wurde von den Radiosendern förmlich totgespielt. Allerdings hält sie nach dem großen Erfolg auch weiterhin die Messlatte hoch, und schreibt weiter schöne und angenehme easy-listening-songs. Gerade bin ich durch Zufall wieder einmal über eine Aufnahme gestolpert.

Gitarristisch ist ihre Musik eher weniger anspruchsvoll, die Art zu spielen, Begleitmuster und Akkorde sind prinzipiell immer die Gleichen, allerdings in jedem Song etwas anders betont und gespielt, und den Capodaster in einem anderen Bund, aber im Grunde immer Wanderakkorde. Sie spielt einige unterschiedliche Akustikgitarren, unter anderem Takamine und Gibson. 

Lässt man allerdings den reinen Anspruch außen vor hat man noch immer schöne Musik, die ins Ohr geht und mit viel Gefühl gesungen wird – und mit sehr wenig Musikalischem Tamtam auskommt. Wie man im folgenden Video sieht, kommt die Musik der Schottin mit dem netten Akzent auch super nur mit ihrer Gitarre und ihrer Stimme klar.

Die Akkorde sind übrigens mit Capo in Bund II (Transponiert): C, E, Am, F. Simpel – oder?


Frampton is still alive.

Eigentlich sollte jeder musikbegeisterte Peter Frampton kennen, der ja stets als Koryphäe des Gitarrenolymp gehandelt wird. Gerade mit seinem Vorzeige-Livealbum „Frampton comes alive“ von 1976 hat er eine 6-Fach Platin-Steilvorlage gelandet, von er praktisch bis heute Leben kann. Hits wie Do you feel like we do und Show me the way gehen einfach unter die Haut und machen Spaß – und durch die Sinnvollen und spaßigen Einlagen mit der Talkbox bekommen sie eben den typischen Frampton-Stempel aufgedrückt. In seiner ersten Band spielte Frampton übrigens bereits im Alter von 9 Jahren. Seitdem hat er einen sehr eigenen Spielstil, gerade was Improvisation angeht, entwickelt und weiterentwickelt, in dem nicht immer nur gerade Töne und reine Pentatoniken ihren Platz finden – aber nichts was er spielt wirkt irgendwie deplatziert, wie bei anderen Gitarristen der Fall, die genau das gleiche veruschen. Er selbst sagt in Interviews, dass er kein Muster hat, nach dem er vorgeht. Nun zum Sound! Fangen wir bei dem einfachsten der Komplexen Maschinerie an: Seiner Hauptgitarre.

Peter Framptons Orginal Les Paul (Photo by Peter Frampton)

Peter Framptons Orginal Les Paul (Photo by Peter Frampton)

Im Allgemeinen Spielt Peter nur Gibson Les Paul-Gitarren, entweder er spielt da seine original aus dem Jahre 1959 stammende Les Paul oder seine Schwarze Les Paul Custom mit den dreiHumbuckern, die übrigens auch als Signature-Modell käuflich ist. Speziell bei dieser Gitarre lassen sich nicht alle drei Humbucker einzeln schalten, sondern nur Steg + Mitte oder Halspickup. Mit einem Trick am Lautstärkepoti kann er allerdings dem Stegpickup den Saft abdrehen. Seine Original Les Paul aus 1954, die er mit den drei Humbuckern ausgerüstet hatte, ging übrigens in den 80er Jahren bei einem Flugzeugabsturz verloren und wurde vor Kurzem von einigen Gitarrenliebhabern in der Karibik gefunden und ihm wieder ausgehändigt. Er ließ sie restaurieren und will sie nun „nie wieder auch nur in die Nähe eines Flugzeuges“ bringen. Alles nach der Gitarre geschaltete ist allerdings alles andere als einfach und die Details würden vermutlich jeden Rahmen sprengen (und sind ohnehin geheim). Die Grundzüge seines Systems werde ich aber doch näher ausführen.

Sein Grundsound kommt aus einem Marshall-Röhrentopteil mit einer eher mittelstarken Verzerrung, die ein 4x 12″ Cabinet betreibt. Ein Zweites Röhrentopteil steht auf volle Verzerrung, um den Charakteristischen Sound der Frampton’schen Talkbox zu bekommen und treibt ein zweites 4×12″ Cabinet an.

Sein Effektrack kommt übrigens nicht von ihm selbst, das hat der Designer Mark Snyder für ihn Zusammengestellt, der unter anderem auch für größen wie John Petrucci den Guitar Tech gemimt hat.

Das Effektrack besteht an sich aus mehreren Delays von TC Electronic und Korg. Ansonsten noch ein Chorus von TC Electronic und einige Custom-Geräte von oder für Mark Snyder und den Amp-Umschaltern, Stimmgerät, Overdrive, Pitch-Shifter und Stromversorgung. Gesteuert wird das von einem entsprechend dimensionierten MIDI-Controller. Neben seinen beiden Marshall-Amps hat er auch noch Geräte von Ampeg und Mesa Boogie im Rack, allerdings kann ich nichts genaueres über deren Einsatz sagen.

Allgemein kann man Frampton also sowohl vom Musikalischen als auch vom Technischen Anspruch heraus als hoch einstufen.

Wer Mehr von Frampton hören möchte, schaue sich das angehängte Youtube-Video an, in dem die Talkbox ein Zentrales Element darstellt. Ansonsten sei jedem Jedes Album ans Herz gelegt. Mir haben es vor Allem Frampton Comes Alive und Thank You Mr Churchill angetan.


Foo Fighters and Friends.

Geile Bühne, Geile Interpreten. Ausnahmsweise mal kein Bluesrock.

Was will man mehr?