Tuning is King.

Die Auswahl des richtigen Stimmgerätes ist nicht einfach – und auf keinen Fall unerheblich! Denn eine schlecht gestimmte Gitarre kann einem den Sound ordentlich vermiesen. Auch problematisch wird es, wenn man mit einem zweiten Gitarristen zusammenarbeitet, denn wenn die Stimmgeräte nicht das gleiche anzeigen stimmen die Gitarren vielleicht ja in sich – aber nicht miteinander. Das Ergebnis ist aber in beiden Fällen gleich: irgendwas stimmt nicht, und das hört das musikalisch geschulte Ohr einfach. Nun, prinzipiell kann ich zuallererst raten wenn man zu Zweit (oder mehr) Gitarre spielt: bevor man loslegt 5 Minuten Zeit nehmen, eine der beiden Gitarren Stimmen und die andere dann immer in Relation zur ersten Stimmen. So wurde mir das auch beigebracht.

Wenn man allein spielt oder Live-Konzerte, bei denen man bekanntlich ja eher nicht mal kurz alles unterbrechen, das Publikum um ruhe bitten und schnell durchstimmen kann, wird das ganze dann aber schon etwas trickreicher!

Das edelste System das ich bisher gesehen habe steckt in der Gibson Robot GuitarDiese Gitarre stimmt sich auf Knopfdruck mit der Hilfe kleiner Servomotoren selbst und sieht auch noch wirklich edel aus. Diese Technologie kommt allerdings nicht aus Amerika, sondern aus Hamburg. Genauer von der Firma Tronical, die auch eigene Entwicklungen in ihrem Onlinestore verkaufen: Prinzipiell das selbe System, allerdings nicht wie bei Gibson von Haus aus schön im Korpus der Gitarre versteckt und über einen Tone-Regler steuerbar, sondern als Upgrade in verschiedenen Bauformen ausgeführt: Einfach alte Mechaniken abschrauben und neue dran. Gesteuert wird das Ganze dann durch einen Schwarzen Kasten zwischen den Mechaniken oder den bekannten Poti, je nach gewähltem System. Ganz billig ist der Spaß allerdings nicht, ist also auch immer eine Ermessensfrage.

Die wesentlich einfachere aber nicht zwangsweise günstigere Alternative geht über das klassische Stimmgerät, entweder als ‚Tretmine‘ (Pedal) oder eben zum umstöpseln, wobei letztere Geräte auch eher weniger live-Tauglich sind. Wichtig ist es hier allerdings, sich mit seinem/n Kollegen abzusprechen, denn es gibt von Stimmgerät zu Stimmgerät geringfügige bis gravierende Unterschiede, je nach Preis und Hersteller. Zu diesen Unterschieden zählen neben den Üblichen Verdächtigen (Verarbeitung, Lebensdauer) auch zum Einen die ‚Frequenztreue‘ (Ich bin kein Physiker oder Elektrotechniker, darum nenne ich das jetzt einfach so) des Gerätes, also die Präzision, mit der Gestimmt werden kann und der Toleranzbereich, den das Gerät hat, denn exakt 440Hz (A-Saite) wird man wohl nie ganz erreichen. Nette Alternative am Rande: Die Telekom hat ihr Freizeichen auf exakt 440 Hz eingestellt – also einfach beim Telefonieren die A-Saite stimmen und hoffen, dass der Angerufene nicht zu früh den Hörer abnimmt. Aber zurück zum Thema.

Um hier Diskrepanzen zu vermeiden, empfiehlt es sich, das Stimmgerät zu allererst natürlich ausgiebig zu testen (auch nach Gehör und mit anderen vergleichen) und letztendlich dann die verwendeten Geräte auf einander abzustimmen. Okay, bei einem Rockkonzert wird es vermutlich niemanden Jucken, wenn die E-Saite des Leadgitarristen nicht zu 100% mit der des 2. Gitarristen übereinstimmt, aber es hat doch Gewicht.

Zum Anderen noch der für mich wesentlich nervtötendere Faktor: Die Zeit, die das Gerät braucht, um auf eine angeschlagene Saite anzusprechen und sich einzupendeln. Wenn das zu lang dauert nervt das natürlich ungemein, gerade wenn man live mal schnell durchstimmen möchte. Außerdem hat auch das Auswirkungen darauf, wie präzise man stimmt, denn wenn eine Saite schon wieder am ausklingen ist und man gefühlte 1000x anschlagen muss, kann man einfach nicht gut stimmen.

Im Vergleich: Alter Fender gegen Polytune Mini.

Im Vergleich: Alter Fender gegen Polytune Mini.

Bei den Bodentretern gibt es inzwischen eine neue ‚Art‘ Stimmgerät: Die Polyphonen Stimmgeräte. Man schlägt einfach alle Saiten an und das Gerät sagt einem dann, welche Saite wie stark verstimmt ist, und man kann dann noch mal einzeln durchstimmen.

Ich habe lange auf meinen alten und robusten Fender Bodentreter vertraut und habe ihn immer noch in der Hinterhand, habe allerdings inzwischen auf das TC Electronic Polytune Mini umgesattelt, weil es sowohl mehr kann, als auch um Platz zu sparen, denn mein Pedalboard ist auch nicht unendlich groß. Für Unterwegs gibt’s dann noch die Passende iPhone-App.

Die Stimmgeräte von TC Electronic kann ich nur uneingeschränkt empfehlen, im Vergleich zum Klassiker von Korg Setzen die Geräte sogar noch mal einen Drauf und sind angenehmer in der Handhabe.

Es lässt sich also relativ leicht erkennen, dass gerade das Stimmgerät in lauten Umgebungen einen Sehr hohen Stellenwert im Pedalboard hat und man das auch entsprechen Budgetieren und auf keinen Fall daran geizen sollte!

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